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Ein
Praktikum als "Waldarbeiter"? Die Jungen der Klasse 7/8 aus dem
Stuttgarter Osten konnten sich nicht so richtig vorstellen, was sie dabei
eigentlich lernen sollten.
Doch diese Frage sollte schnell beantwortet werden. Schon am ersten
Arbeitstag fingen sie an Hochsitze für das Forstamt Glashüttenhof
herzustellen. Am Ende des Praktikums sollte jeder seinen Hochsitz
besteigen können. Sie zweifelten, ob das überhaupt zu schaffen war?
Mit großem Eifer machten sie sich an die Arbeit. Unglaublich was man
alles lernte: Messen, Sägen, mit schweren Hämmern lange Nägel
einschlagen, Pläne lesen oder schwere Stämme schleppen.
Drei ausgebildete Forstwirte standen ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
Motor- und Kettensäge durften sie ja noch gar nicht bedienen. Hier gelten
strenge Sicherheitsvorschriften!
Immer
wieder
brauchte man Helfer. Jetzt zeigte sich, wie gut es ist, wenn man als Team
zusammenarbeiten kann. Dass an den Händen Wasserblasen brannten und hin
und wieder ein paar Regentropfen fielen, störte keinen. Beim
Arbeiten im Freien kann man schon einmal nass werden.
Nach drei Tagen standen alle staunend
vor ihrem Hochsitz. Diesen transportierten sie mit Traktor und Anhänger
in den Wald. Mit vereinten Kräften wurde er aufgestellt. Stolz auf das
Ergebnis konnte jeder auf seinem Hochsitz Platz nehmen.
Alle waren sich einig: Ihr erstes Praktikum war ein kleines Abenteuer,
aber jeder hatte durchgehalten.
Aber das war ja noch längst nicht alles: Auf dem Teich im Garten lockte
ein Floß. Natürlich endete die erste Fahrt mit einem Sturz ins Wasser.
Ein Glück, dass jeder schwimmen konnte.
Dass wenige Meter vom Teich ein Wildschwein lebte, glaubte keiner. Und
dann stand es plötzlich vor ihnen. Wie froh waren die Jungs, dass da noch
ein Zaun zwischen ihnen und der ausgewachsenen Sau war. Was wäre gewesen,
wenn ihnen so ein Tier im Wald begegnet wäre?
Am vorletzten Abend lud sie der Förster zu einer Fahrt in den Wald ein.
Der Schreck saß allen noch in den Knochen, welchen Tieren würde man
begegnen? Im Revier lebten ja noch andere Tiere: Rehe, Füchse, Dachse,
Waschbären, Marder, Iltis, Hasen, Fledermäuse, Eulen, Käuzchen, sogar
von einem Luchs wurde erzählt.
Jeder war froh im sicheren Auto zu sitzen. Aber mit der Sicherheit war es
schnell vorbei. Einer nach dem anderen wurde vom Förster vor einem
Hochsitz im Revier abgesetzt. Ihn sollte er besteigen und sich dort völlig
ruhig verhalten.
Für alle war das die größte Herausforderung. Noch war es hell, aber es
dämmerte bereits. Immer wieder jagte der Wind durch den Wald. Es knackte
und raschelte. Woher all die Geräusche kamen war bald nicht mehr
auszumachen. Und dann war es auf einmal Nacht. Nichts für schwache
Nerven!
Jeder war
ganz auf sich allein gestellt - und ganz erleichtert als endlich die
Scheinwerfer des Forstautos durch die Bäume blitzten.
Alle
sind in dieser Nacht gerne ins Auto eingestiegen. Endlich in Sicherheit!
Hinterher hatte jeder etwas zu berichten. Richtige Horrorgeschichten.
Wahrscheinlich war aber das meiste "Jägerlatein".
Was sollte einen jetzt noch schrecken? Vielleicht der Besuch beim Imker?
Doch keiner kniff, einer ließ sogar Bienen über seine Hände
marschieren. Das war wirklich mutig.
Auch als der Schulbus im Schlamm stecken blieb, eine Panne nur noch
Schritttempo erlaubte, riesige Bäume in nächster Nähe gefällt wurden
oder die Jagdhunde des Försters beim Spiel ihre Zähne fletschten,
blieben alle "cool".
Bei unserem
Abenteuerpraktikum hatten wir ja gelernt, dass wir einiges aushalten können.
(bm)
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